THG-Quote 2026: Ablauf, Fristen und Prämienhöhe im Überblick
Stand: 07.08.2026
Die THG-Quote 2026 ist kein Wallbox-Zuschuss und keine staatliche Förderung für deine Ladehardware, auch wenn genau das viele Leser vermuten. Sie ist ein Zertifikatehandel: Als Halter eines reinen Elektroautos verkaufst du die rechnerische CO2-Einsparung deines Fahrzeugs an quotenpflichtige Mineralölkonzerne, und dafür bekommst du einmal im Jahr eine Prämie ausgezahlt. Der Ablauf ist überschaubar. Was sich 2026 wirklich geändert hat, ist die Höhe: Nach dem Tief 2025 zahlen die Anbieter wieder spürbar mehr.
Was ist die THG-Quote überhaupt?
Die Abkürzung THG steht für Treibhausgasminderung, dahinter steckt aber eine simple Mechanik: Mineralölkonzerne müssen die CO2-Emissionen ihrer verkauften Kraftstoffe schrittweise senken. Schaffen sie das nicht allein, kaufen sie sich Einsparungen von anderen dazu. Und hier kommst du ins Spiel.
Ein Elektroauto fährt lokal ohne fossilen Sprit. Der dafür getankte Strom zählt als CO2-Einsparung, und diese Einsparung lässt sich in ein handelbares Zertifikat umwandeln. Rechtliche Grundlage ist die 38. BImSchV. Laut Umweltbundesamt wird Strom, der in Elektrofahrzeugen genutzt wird, dabei mit dem dreifachen seines Energiegehalts auf die Quote angerechnet. Das macht das Zertifikat für die Konzerne wertvoll, und deshalb sind sie bereit, dafür zu zahlen.
Du selbst musst dafür weder eine Wallbox besitzen noch nachweisen, wie viel du geladen hast. Für die normale Halterprämie zählt allein dein Fahrzeug. Wie das konkret abläuft, steht im nächsten Abschnitt.
THG-Quote 2026: Ablauf Schritt für Schritt
Der Weg von deinem Fahrzeugschein bis zur Auszahlung führt über einen Vermarkter, oft Anbieter genannt. Der bündelt viele Fahrzeuge zu einem großen Paket, weil sich ein einzelnes Zertifikat für einen einzelnen Konzern nicht lohnt. Du gibst also die Einsparung ab, der Anbieter kümmert sich um Behörde und Verkauf.
So sieht der Ablauf 2026 aus:
- Fahrzeug erfassen. Du fotografierst deine Zulassungsbescheinigung Teil I (den Fahrzeugschein) und lädst sie beim Anbieter hoch. Mehr Unterlagen braucht die Standardprämie nicht.
- Anbieter wählen. Du entscheidest dich für einen Vermarkter und ein Auszahlungsmodell. Welcher Anbieter am meisten zahlt, ist eine eigene Frage, dazu gleich mehr.
- Bündelung und Meldung. Der Anbieter fasst deine Einsparung mit tausenden anderen zusammen und meldet sie ans Umweltbundesamt (UBA).
- Zertifizierung durch das UBA. Die Behörde prüft und bestätigt die Einsparung. Ohne diese Zertifizierung fließt kein Geld, das UBA ist die einzige Stelle, die das Zertifikat final ausstellt.
- Verkauf an die Konzerne. Der Anbieter verkauft die zertifizierten Einsparungen an quotenverpflichtete Mineralölkonzerne.
- Auszahlung an dich. Du bekommst deinen Anteil, je nach Modell als festen Betrag oder als Anteil am tatsächlichen Verkaufspreis.
Als Übersicht:
| Schritt | Was passiert | Wer handelt |
|---|---|---|
| 1. Fahrzeugschein | Zulassungsbescheinigung Teil I hochladen | du |
| 2. Anbieter | Vermarkter und Auszahlungsmodell wählen | du |
| 3. Bündelung | Einsparungen zusammenfassen, ans UBA melden | Anbieter |
| 4. Zertifizierung | Einsparung prüfen und bestätigen | Umweltbundesamt |
| 5. Verkauf | Zertifikate an Mineralölkonzerne verkaufen | Anbieter |
| 6. Auszahlung | Prämie überweisen | Anbieter |
Der ganze Vorgang läuft für dich digital. Nach dem Upload deines Fahrzeugscheins hast du deinen Teil der THG-Quote 2026 erledigt, der Rest passiert im Hintergrund.
Fristen und Bearbeitungszeit
Hier entsteht die meiste Verwirrung, weil zwei verschiedene Fristen im Umlauf sind. Für dich als privater E-Auto-Halter zählt nur eine davon.
Die gesetzliche Frist ist der 15. November 2026. Laut ADAC (Stand: 24.06.2026) kann die THG-Quote nur bis zum Ablauf des 15. November im jeweiligen Verpflichtungsjahr beim Umweltbundesamt eingereicht werden. Für das Verpflichtungsjahr 2026 ist das der 15. November 2026. Das ist die Frist, die für die fahrzeugscheinbasierte Halterprämie nach Paragraf 7 der 38. BImSchV gilt.
Die zweite Frist, der 28. Februar des Folgejahres, betrifft dich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Sie gilt nach Paragraf 6 der 38. BImSchV nur für Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte mit tatsächlich gemessenen Strommengen. Das ist eine ganz andere Antragsschiene mit Zählerpflicht und Registrierung bei der Bundesnetzagentur. Reine private Wallboxen sind davon laut AUTO BILD ausdrücklich ausgeschlossen. Wer eine Ladesäule öffentlich betreibt, kennt diesen Weg. Alle anderen halten sich an den 15. November.
Und dann gibt es noch die Fristen der Anbieter selbst. Viele Vermarkter schließen ihre Annahme schon früher, meist gegen Ende Oktober, je nach Anbieter unterschiedlich. Das ist keine gesetzliche Frist, sondern Puffer: Der Anbieter braucht selbst noch Zeit, um deine Meldung fristgerecht ans UBA weiterzureichen. Verlass dich also nicht auf den 15. November als deinen persönlichen letzten Tag, sondern reiche deutlich früher ein.
Wie lange dauert dann die Auszahlung? Ehrlich gesagt schwankt das stark. Nach dem Upload vergehen in der Praxis oft einige Wochen bis Monate, weil die UBA-Zertifizierung und der anschließende Verkauf Zeit brauchen. Eine belastbare, behördlich garantierte Bearbeitungszeit gibt es nicht, und wer dir eine feste Wochenzahl verspricht, spekuliert. Plane also nicht mit dem Geld für eine Rechnung nächste Woche.
Prämienhöhe 2026: Wie viel gibt es, und warum schwankt es?
Das ist die Frage, wegen der die meisten hier sind. Die kurze Antwort: Die THG-Prämie 2026 liegt bei rund 300 bis 380 €. Die längere Antwort erklärt, warum diese Zahl nächstes Jahr schon wieder anders aussehen kann.
Nach Angaben von ADAC und der Verbraucherzentrale bieten einige Anbieter für 2026 Prämien bis zu 300 € pro Jahr. Das unabhängige Fachportal ecomento.de berichtet für Juli 2026 sogar von Jahresauszahlungen zwischen etwa 300 und 380 €, je nach Anbieter. Einzelne Vergleichsportale werben mit deutlich höheren Zahlen. Diese Spitzen stammen aus Anbieter-Werbung, sind nicht unabhängig bestätigt und gelten oft nur für Neukunden oder bestimmte Verträge. Nimm sie nicht als Regel.
Warum überhaupt eine Bandbreite und kein Festpreis? Weil die Prämie am Marktpreis der CO2-Zertifikate hängt. Steigt die gesetzliche Quote und damit die Nachfrage der Konzerne, steigt der Zertifikatspreis, und deine Prämie zieht mit. Sinkt die Nachfrage oder gibt es ein Überangebot, fällt sie. Genau das ist zuletzt passiert.
Der historische Verlauf macht das deutlich. Die folgenden Werte sind redaktionelle Marktbeobachtung, unter anderem laut Verivox (abgerufen 07.08.2026), keine amtliche Durchschnittsstatistik:
| Jahr | Ungefähre Jahresprämie | Was den Preis bestimmte |
|---|---|---|
| 2022 (Einführung) | ca. 250 bis 400 € (Mehrjahresverträge teils bis rund 600 €) | neuer Markt, hohe Nachfrage |
| 2023 | ca. 200 bis 300 € | Preis stabilisiert sich |
| 2024 | Verfall Richtung 50 € | Überangebot an Zertifikaten |
| 2025 | im Schnitt rund 100 € | Markttief |
| 2026 | ca. 300 bis 380 € | Erholung, strengere gesetzliche Quote |
Wer 2025 enttäuscht war, hatte gute Gründe. Der Markt lag am Boden. Für 2026 nennt ecomento.de als Grund für den Anstieg verschärfte gesetzliche Vorgaben: Die Mineralölkonzerne müssen ihre Emissionen stärker senken und fragen deshalb wieder mehr Zertifikate nach. Die gesetzliche Quote steigt laut Verivox schrittweise von 12,1 Prozent (2026) auf 25,1 Prozent bis 2030, was die Nachfrage strukturell antreibt.
Warum bekommen zwei Halter desselben Automodells am Ende unterschiedlich viel? Weil Anbieter mit zwei verschiedenen Auszahlungsmodellen arbeiten, und die unterscheiden sich spürbar. Wie hoch deine THG-Quote 2026 am Ende ausfällt, hängt genau davon ab, welches Modell du beim Anbieter wählst.
Beim Fixmodell bekommst du einen garantierten Festbetrag, der schon bei Antragstellung feststeht. Der Anbieter nennt dir eine Zahl, und die bekommst du, egal wie sich der Zertifikatspreis bis zur Auszahlung entwickelt. Dafür trägt der Anbieter das Marktrisiko, und deshalb liegt der Festbetrag meist etwas niedriger als das, was im Flexmodell theoretisch drin wäre. Du kaufst dir also Planungssicherheit.
Beim Flex- oder Marktpreismodell bekommst du stattdessen einen Anteil am tatsächlichen Verkaufserlös deines Zertifikats. Steigt der Zertifikatspreis zwischen deinem Antrag und dem Verkauf, profitierst du direkt davon. Fällt er, bekommst du entsprechend weniger. Du trägst das Risiko selbst, dafür ist die Chance auf mehr Geld real und keine reine Werbebehauptung.
Ein Beispiel macht das greifbarer, rein beispielhaft gerechnet innerhalb der für 2026 belegten Bandbreite von 300 bis 380 €: Nehmen wir an, ein Anbieter bietet dir im Fixmodell 310 € an, garantiert und unabhängig vom weiteren Marktverlauf. Beim selben Anbieter läge das Flexmodell im Schnitt eher bei rund 340 bis 350 €, kann aber je nach Marktentwicklung auch niedriger oder höher innerhalb der Bandbreite landen. Wer im November 2025 abgeschlossen hätte, als der Markt noch am Boden lag, hätte im Flexmodell schlechter dagestanden als mit einem Fixpreis. Wer dagegen im Frühjahr 2026 eingestiegen ist, als die Preise wieder anzogen, hätte vom Flexmodell profitiert. Das zeigt das eigentliche Prinzip: Fix nimmt dir die Wette ab, Flex lässt dich mitspielen.
Für welches Modell du dich entscheidest, hängt am Ende davon ab, wie wichtig dir Planbarkeit ist. Wenn du lieber heute weißt, was am Jahresende auf deinem Konto landet, ist das Fixmodell die entspanntere Wahl. Wenn du bereit bist, ein bisschen Unsicherheit gegen die Chance auf mehr Geld einzutauschen, kann sich Flex lohnen, gerade bei der aktuellen Markterholung. Bei stabil steigender Nachfrage wie aktuell 2026 spricht einiges für Flex, eine Garantie ist das aber nicht.
Trotz steigender Prämie machen immer weniger Halter mit. Kurios, oder? Laut einer Auswertung von ecomento.de (21.07.2026) ist die Teilnahmequote von 75 Prozent in den Jahren 2022 und 2023 auf nur noch 58 Prozent im Verpflichtungsjahr 2026 gesunken. Über 40 Prozent der berechtigten Halter beantragen die Prämie also gar nicht mehr, oft aus Frust über die niedrigen Vorjahresbeträge. Genau deshalb lohnt der zweite Blick 2026: Die Gründe von 2025 gelten nicht mehr.
Übrigens: Die THG-Quote läuft komplett unabhängig von deiner Wallbox. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wer gerade sowieso über eine Ladelösung nachdenkt, findet die separaten Zuschüsse dafür im Überblick zur Wallbox-Förderung 2026. Die beiden Geldquellen laufen parallel und schließen sich nicht aus.
Voraussetzungen und Unterlagen
Berechtigt bist du unter klaren Bedingungen. Die gute Nachricht: Die Hürden sind niedrig, aber sie sind hart.
Nur reine Batterie-Elektrofahrzeuge zählen. Ein reines BEV ist berechtigt, ein Plug-in-Hybrid nicht. Plug-in-Hybride sind laut ADAC von der THG-Quote ausgeschlossen, weil sie auch mit fossilem Kraftstoff betankt werden können. Das Gleiche gilt für Wasserstofffahrzeuge. Wenn dein Auto einen Tankdeckel für Benzin oder Diesel hat, fällt es raus.
Du musst der eingetragene Halter sein. Entscheidend ist der Name in der Zulassungsbescheinigung Teil I, nicht der Eigentümer und nicht der Fahrer. Bei Leasingfahrzeugen ist meist der Leasingnehmer als Halter eingetragen und damit berechtigt, ein Blick in den Fahrzeugschein klärt das.
Was du konkret brauchst:
Die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein), lesbar fotografiert oder gescannt. Das ist das einzige Pflichtdokument.
Deine Bankverbindung für die Auszahlung.
Eine gültige E-Mail-Adresse für die Bestätigungen des Anbieters.
Mehr ist es nicht. Kein Nachweis über geladene Kilowattstunden, kein Ladesäulen-Zähler, keine Rechnung. Diese schlanke Unterlagenliste ist der ganze Punkt der Halterprämie.
Ein Wort zur Steuer: Für privat genutzte Fahrzeuge ist die THG-Prämie laut Verbraucherzentrale in der Regel steuerfrei. Nur bei Fahrzeugen im Betriebsvermögen zählt sie zu den Betriebseinnahmen. Für die meisten Privathalter ist die Auszahlung also brutto gleich netto.
Fazit
Die THG-Quote 2026 ist eine der wenigen Geldquellen für E-Auto-Halter, die wirklich wenig Aufwand macht: Fahrzeugschein hochladen, Anbieter wählen, warten. Nach dem Tief 2025 liegt die THG-Prämie 2026 wieder bei rund 300 bis 380 € pro Jahr, und mit der steigenden gesetzlichen Quote spricht einiges dafür, dass sich der Antrag wieder lohnt. Der 15. November 2026 ist deine gesetzliche Frist, in der Praxis solltest du früher dran sein.
Was jetzt noch fehlt, ist die Entscheidung, über welchen Anbieter du gehst, denn die zahlen unterschiedlich viel und arbeiten mit verschiedenen Modellen. Diesen Schritt nehmen wir dir separat ab: Die THG-Anbieter im Vergleich zeigen, wer aktuell wie viel zahlt und worauf du bei Fix- und Flexmodell achten solltest.
Und falls du noch gar keine Ladelösung zuhause hast: Die THG-Quote gibt es unabhängig davon, aber wer gerade neu einsteigt, findet die passende Hardware nach Leistungsklasse im Wallbox-Vergleich 2026.
Alle Prämien- und Fristangaben in diesem Artikel sind eine Momentaufnahme (Stand: 07.08.2026). THG-Preise schwanken mit dem Zertifikatsmarkt, prüfe die aktuelle Höhe vor deinem Antrag.
Häufig gestellte Fragen
Gilt die THG-Quote auch für meine Wallbox?
Nein. Die normale THG-Prämie hängt allein an deinem reinen Elektroauto, nicht an deiner Ladestation. Ob du zuhause eine Wallbox hast oder nicht, spielt für die Halterprämie keine Rolle. Es gibt eine separate, deutlich aufwändigere Antragsschiene für Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte mit geeichtem Zähler, aber private Wallboxen sind davon ausgeschlossen. Für dich zählt nur der Fahrzeugschein.
Bekomme ich jedes Jahr gleich viel THG-Prämie?
Nein, die Höhe schwankt stark. Sie hängt am Marktpreis der CO2-Zertifikate. 2025 lag der Schnitt bei nur rund 100 €, 2026 sind es laut ecomento.de wieder etwa 300 bis 380 €. Die Prämie musst du außerdem jedes Jahr neu beantragen, sie läuft nicht automatisch weiter. Ein Betrag aus dem Vorjahr ist also keine Garantie für das laufende Jahr.
Zählt mein Plug-in-Hybrid für die THG-Quote?
Nein. Nur reine Batterie-Elektrofahrzeuge sind berechtigt. Plug-in-Hybride sind laut ADAC ausgeschlossen, weil sie auch mit Benzin oder Diesel betankt werden können. Dasselbe gilt für Wasserstofffahrzeuge. Wenn dein Auto einen Kraftstofftank hat, fällt es aus der THG-Quote heraus, egal wie oft du elektrisch fährst.
Wie lange dauert die Auszahlung der THG-Prämie?
Das lässt sich nicht auf die Woche genau sagen. Nach dem Upload deines Fahrzeugscheins vergehen in der Praxis oft einige Wochen bis Monate, weil erst das Umweltbundesamt zertifizieren und der Anbieter die Zertifikate verkaufen muss. Eine behördlich garantierte Bearbeitungszeit gibt es nicht. Plane das Geld also nicht für eine kurzfristige Rechnung ein.
Bis wann muss ich die THG-Quote 2026 beantragen?
Die gesetzliche Frist ist der 15. November 2026. Bis dahin muss deine Meldung beim Umweltbundesamt sein. Weil die Anbieter selbst noch Bearbeitungszeit brauchen, schließen viele ihre Annahme früher, meist gegen Ende Oktober. Reiche deshalb deutlich vor dem 15. November ein, statt bis zum letzten Tag zu warten.